Mit Netzwerken netzwerken

Die Netzwerke “Verstärker” und “bewegtbildung.net” haben sich im Dezember 2017 zu ihrer ersten gemeinsamen Tagung in Berlin getroffen und dabei festgestellt, dass es noch viel voneinander zu lernen gibt. Die offenen Fragen sind ein guter Ausgangspunkt für ein Stück gemeinsamen Wegs, um politische Bildung dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird.

Dass sich die Netzwerke “Verstärker” und “bewegtbildung.net” etwas zu sagen haben würden, davon konnten wir ausgehen. Die vielen Berührungspunkte waren ja der Ausgangspunkt für das gemeinsame Treffen am 8. und 9 Dezember 2017 in Berlin. Dass aber am Ende so viel mehr auf der Agenda stand, als überhaupt bearbeitet werden konnte, war dann doch überraschend.

Beide Netzwerke sind bpb-Projekte und da lag es nah, den gemeinsamen Austausch zu suchen. Vorallem aber die inhaltliche Überschneidung mit Blick auf die Zielgruppe gab den Ausschlag. “Verstärker” erarbeitet vor allem Formate der politischen Bildung für die sogenannten “politik- und bildungsfernen Jugendlichen”. bewegtbildung.net wiederum begleitet die politische Bildungsarbeit mit Webvideo, ein Format, dass vor allem diese Zielgruppe erreicht.

Um breitesten Austausch untereinander zu ermöglichen, veranstalteten wir auf unserer gemeinsamen Tagung ein Barcamp. Doch  nicht ohne das jeweils andere Netzwerk zuvor ins eigene Themenfeld zu holen. Mit entsprechenden Inputs und Methoden starteten wir den ersten Tag, Ruth Grune (bpb) und Corinna Graubaum machten den Aufschlag für Verstärker mit einem Blick auf die Zielgruppe im Rahmen der Sinus-Milieus. Daniel Seitz führte mit seiner Präsentation für bewegtbildung.net in die politische Bildungsarbeit mit Webvideo ein.

Mit der Sessionplanung zum Barcamp wurden die Themen der Teilnehmenden dann für alle sichtbar. Von technischen Fragen über klassische Bildungsinhalte und medienpädagogische Problemstellungen bis hin zu originär politisch-bildnerischen Ansätzen fanden viele Anliegen ihren Raum und wurden in den Session am 1. Tag und am 2. Tag des Barcamps kontrovers und produktiv verhandelt.

Den Abend des ersten Tages beendeten wir mit der Vorführung des Dokumentarfilms Berlin Rebel Highschool und einem anregenden Gespräch mit Regisseur und Produzenten Alexander Kleider über die Misere von leistungsorientierten Lernumgebungen und den utopischen Gegenentwurf der Schule für Erwachsenenbildung.

Als zum Abschluss des zweitägigen Treffens noch einmal der Raum für Diskussion und Fragen geöffnet wurde, wurde auch klar, warum die Begegnung der Netzwerke so wichtig war. Denn es kommen eine ganze Reihe von Aufgaben auf beide Netzwerke zu, um die gesellschaftlichen Entwicklungen weiterhin kritisch und konstruktiv begleiten zu können: die diverse Zielgruppe der “politik- und bildungsfernen Jugendlichen” bewegt sich in einem dynamischen Medium: politische Bildung mit Webvideo und jungen Menschen ist ein stark bewegter Bildungsbereich.

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